Digitale Professionalisierung PB-380

Schulteams und Studierende lernen im Wintersemester 20/21 gemeinsam für die Digitalisierung in der Bildung: Connect, Co-Learn and Co-Create

Im neuen Professionalisierungsmodul PB-380 der Medienfaktur an der Universität Oldenburg mit dem Titel ‚Digitaler Unterricht‘ lernen ab dem Wintersemester 20/21 Lehramt Studierende zusammen mit berufstätigen Teams, die aus Schulleitungen sowie Lehrkräften bestehen. Die Lerngemeinschaft aus Studierenden und Schul(leitungs)teams ermöglicht einen regen Austausch und Abgleich vielfältiger Perspektiven, Ideen und Erfahrungen. Das detaillierte Programm ist hier einsehbar nach Wochen – inklusive Inhalte, Lernaktivitäten, Leistungsnachweise und den Kompetenzerwerb gemäß dem European Framework for the Digital Competence of Educators (DigCompEdu) :

Der Unterschied zu vielen anderen Programmen besteht im Gesamtkonzept: Lernpsychologie, Unterrichts- und Ressourcenplanung sowie die digitale Infrastruktur einer Schule bedingen sich wechselseitig. Es geht primär um die Förderung von Lerngemeinschaften und nicht darum, in eine ‚Tool-Panik‘ zu verfallen, also der Irrglaube, dass die ‚richtigen‘ Apps oder Programme Selbstläufer für einen besseren Unterricht sind. Ein Smartboard ist noch kein Erziehungskonzept, ein Laptop ist noch kein Bildungskonzept, eine Lernplattform produziert keinen interaktiven Unterricht.

In dem innovativen Modul werden alle zentralen Herausforderungen des digital-unterstützten Lernens zusammenhängend erfasst. Dazu gehören, unter anderem, der Erwerb digitaler Kompetenzen, deren Einbindung in den Bildungsauftrag, die Psychologie multimedialen Lernens, die pädagogische Entwicklung von Blended Learning bzw. online Unterrichtseinheiten oder die Einbettung pädagogischer Strategien in moderne Lernplattformen.

Das 14-wöchige Seminar setzt auf eine Balance zwischen lebendiger, synchroner Kommunikation, die während des gesamten Semesters als soziales Netzwerk zugänglich ist, und asynchroner Kommunikation, wie etwa der Zugang zu online Lernmaterialen, Diskussionsforen und Dokumentationsmöglichkeiten. Hierzu setzt die Medienfaktur eine eigene, state-of-the-art Lernumgebung ein.

Es gibt zum ersten Mal einen Smart Learning Space: Statt dutzender digitaler Tools sind alle synchronen Interaktionen mit wenigen Werkzeugen für alle erreichbar. Im Mittelpunkt stehen die Inhalte und Lernprozesse, nicht die Werkzeuge. Es gibt digitale Cafés, Pinnwände und ein neues 24/7 ‚VideoChat Beach Hotel‘ mit innovativen Breakout Räumen (mehr wird nicht verraten)

Ein inhaltlicher und hoch relevanter Schwerpunkt ist die Entwicklung neuer hybrider Unterrichtsmodelle, wie etwa Blended Learning Konzepte. Damit das Seminar eine nachhaltige Wirkung entfalten kann, bestehen die Schulteams aus Schulleitung sowie Lehrkräften, die Impulse aus dem Seminar in die Praxis umsetzen können. Für ein erfolgreiches Follow-Up plant die Medienfaktur einen permanenten digitalen Austausch-Raum für alle beteiligten Schulen. Beraten wurde die Medienfaktur von Expert*innen imPeer Project, das vom Hochschulforum Digitalisierung, der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V., sowie e-teaching.org des Leibniz-Instituts für Wissensmedien organisiert wurde. Das Seminar beruht auf dem problembasierten Lernen (PBL) und setzt auf eine aktive ‚hands-on‘ Teilnahme, in der kreative wie pragmatische Lösungen entwickelt werden.

Wie auch unsere Kurse in den letzten Semestern bieten wir das bedienungsfreundliche Canvas Lernmanagement System an, integriert mit der Team-Kommunikationsplattform Pronto

Die Entwicklerin und Leiterin des Projektes ist Joana Kompa, Mitbegründerin der Medienfaktur und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Oldenburg. Das Drittmittelprojekt läuft im Rahmen der digitalen Lehrerprofessionalisierung unter OLE+, gefördert vom BMBF, sowie dem Projekt Innovation Plus, gefördert vom Land Niedersachsen. Die Schulteams werden von Dr. Michael Drabe, der die Einbeziehung von Schulen angeregt hatte als externer Digitalisierungsexperte betreut. Das Management beider Gruppen erfolgt kooperativ – auch das ein Novum.

Das Kernanliegen des Seminars liegt in der Qualitätsentwicklung digitaler Lehre. Es geht nicht so sehr um den Übergang der ‚Gutenberg Kultur‘ in eine ‚Kultur der Digitalität‘ (Stalder), sondern darum, neue digital-unterstützte Lernumgebungen zu schaffen, in denen sich Lehrende wie Lernende zu aktiv-partizipierenden Lerngemeinschaften zusammenfinden. Dr. Michael Viertel und Joana Kompa von der Medienfaktur bezeichnen dies als einen ‚Social Making‘ Ansatz, in dem es um die Gestaltung inklusiver, lernerzentrierter, digital-unterstützter Sozialräume geht.

Offizieller Start des Seminars PB-380: 19. Oktober 2020__Ende des Seminars: 31.März 2021
Dauer: 14 Wochen_ Gruppen: 2
Teilnehmer*innen pro Gruppe (Lehramt Studierende): max. 25
Externe Teilnehmer*innen pro Gruppe (Schulteams): max. 9 (3 Teams @ 3 Teilnehmende)
Form: Online (synchron/ asynchron) mit zwei wöchentlichen Videokonferenzen (montags und freitags)

Coverbild für diese Seite dankend von Headway/ Unsplash

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